Wolf Gottfried Hans Georg von Tümpling

  • geb.: 25.09.1912 auf Stölpchen i.Sachsen
  • Nach der Realschule Beginn einer Lehre in der Motorwagenfabrik Emil Nacke in Kötnitz, die er wegen Konkurs von Nacke nicht beenden konnte
  • 1929 Anstellung als Lehrling bei Willy Ostner, bis 1933 hatte er alle Abteilungen durchlaufen
  • nahm auf O.D. (Motorrad / Dreirad) an Rennen teil
  • Anstellungen bei Mercedes-Benz und Volkswagen
  • nach dem Krieg selbständiger Fuhrunternehmer und KfZ-Wiederaufbereiter in/bei Rostock
  • 1960 übersiedelt die Familie nach Augsburg
  • arbeitet in der Folgezeit als Expedient bei MAN
  • ging 1975 in den Ruhestand
  • gest. 27.03.2004 in Sontra i. Hessen

 

Quelle:

 

TÜMPLING, Wolf von: Geschichte des Geschlechtes von Tümpling.
Weimar: H. Böhlau
Teil: Bd. 4. 1888 bis 1985 : nach Familienzweigen geordnet mit Stammbaum
von Greth Ingel VON TÜMPLING, Hans Christian VON TÜMPLING, Eckart VON TÜMPLING
Bad Oeynhausen, Wittekindshof, 1987

 

Dank an Wolf von Tümpling (Erfurt) für die freundliche Unterstützung

 

 

O.D. Rennfahrer Waldemar Osthaus  
(von Thomas Beutel)

Am 14.12.1901 wird Waldemar Ernst Osthaus in Hagen (Nordrhein-Westfalen) geboren.

Sein Vater, Dr. Karl Ernst Osthaus,  ist einer der letzten Mäzene des 20. Jahrhunderts (Industrieller, Kunsthistoriker und Philosoph),
seine Mutter (Gertrud Maria Luise geb. Colsman ) die Tochter eines Großindustriellen.

 Er hat noch 4 Geschwister, 2 Brüder und 2 Schwestern. Osthaus kommt vermutlich nach Dresden um zu studieren.

 

Sein Motorrad war eine O.D. mit einen 2 Zylinder MAG Frankoni 1000ccm Motor
(sehr selten)

Schon seit Beginn der Saison 1927 wurde er vom Pech verfolgt es handelte sich aber um harmlose Zwischenfälle,
in der zweiten Hälfte der Saison  hatte er eine recht stattliche Reihe an Erfolgen.

So errang am 24.07.27 beim Gabelbachrennen den 2.Platz und am 14.08.27 beim Pöhlbergrennen ebenfalls den 2. Platz.

Am 28.08.27 zum 4. Großen Dreiecksrennen des Dresdner Motorrad Clubs, wollte Osthaus mit Seitenwagen starten.
Sachverständige Freunde rieten ihm ab, da er und sein Beifahrer zu wenig Erfahrung hatten und wenig aufeinander eingespielt waren.
Obwohl seine Maschine kurz vorher beschädigt wurde und er mit einen geschweißten Kolben startete, weil ein neuer aus der Schweiz nicht rechtzeitig kam fuhr er, weil er keine Hindernisse kannte!

In der ersten, noch bergan steigenden Kurve nach Grillenburg hebt es den Seitenwagen an und er stürzt.
Er stürzt so unglücklich das er mit mehrfach gebrochenen Bein und inneren Verletzungen ins Freiberger Krankenhaus gebracht werden muss.

Sein Beifahrer kann sich von der Maschine lösen und kommt mit leichten Blessuren davon. Auch zwei Zuschauer werden verletzt, die sich unerlaubt im Straßengraben aufhalten.

                 

Unfallbilder vom Grillenburger Dreieck 1927

Waldemar Osthaus stirbt am Nachmittags des 29.08.1927 an seinen inneren Verletzungen im Freiberger Krankenhaus.

Der Sport und vor allem der Bezirk II des Gaues Ostsachsen des ADAC verliert einen seiner besten und schneidigsten Rennfahrern, den alles um Haupteslänge überragenden Waldemar Osthaus.

Seine Kameraden vom Dresdner Motorradklub benannten 1928 die Unglückskurve in Gedenken an ihn in Osthauskurve.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Ernst_Osthaus
http://www.nrw-museum.de/renger-patzsch-albert.html

http://baseportal.de

Die Genehmigung zur Veröffentlichung der Bilder liegt dem Autor vor.

 

 

 

  • Bruder von Wilhelm (Willy) Ostner
  • Mitarbeiter bei Renner & Poppe
  • Rennfahrer auf Rennermaschinen
  • enger Mitarbeiter bei Willy Ostner

Quelle: [100020]

* weitere Informationen mit Quellenangabe gesucht

 

 

Wilhelm Ostner – eine Biographie

Wilhelm (Willy) Ostner, seit 1927 mit seiner Fahrzeugfabrik in Dresden-Pieschen ansässig, stellte bis 1936 Motorräder und ab 1932 auch Nutzfahrzeuge her.
1937 verlegte er seinen Firmensitz erst nach Brand-Erbisdorf und 1948 nach Sulzbach-Rosenberg (Bayern).
Dort wurde seine Firma 1955 von den Faun-Werken übernommen.

Willy Ostner wurde am 12. Dezember 1889 in der 1904 nach Neuwied/Rhein eingemeindeten kleinen Ortschaft Heddesdorf geboren. Nach dem Schulbesuch, einer anschließenden Schlosserlehre und nur kurzer Tätigkeit in diesem Beruf, wechselte Ostner 1912 in die „Automobilbranche“. Zunächst arbeitete er in Antwerpen beim belgischen Luxusautoproduzenten „Minerva“, danach als Reisemonteur in einer Vergaserfabrik. Am 1. August 1914 wurde er zum Militär einberufen, im Oktober 1914 bei Ypern (Westflandern) schwer verwundet und Ende 1917 wegen Malaria felddienstunfähig geschrieben. Noch im gleichen Jahr heiratete Willy Ostner die in Dörrental/Kreis Werschetz (Serbien) geborene Elisabeth Nagy. In der Ehe wurden zwei Töchter geboren.

1919 verzog er nach Dresden (Kleine Plauensche Gasse), besuchte die Technische Hochschule und war seit 1920 bei der Firma Steiger (Kraftfahrzeughersteller) in Burgrieden bei Ulm angestellt.

Im Jahr 1921 machte er sich selbstständig, betrieb 1922 mit seinem Bruder eine Kraftfahrzeughandlung auf der Strehlener Straße in Dresden und besaß seit 1923 eine kleine Fahrrad- und Armaturenfabrik im Hintergebäude des Hauses Leipziger Straße Nr. 154 in Pieschen. Er selbst wohnte inzwischen auf der Dohnaer Straße in Leubnitz-Neuostra. Vom Produktenhändler Friedrich Arthur Voigt erwarb er am 22. Dezember 1926 das 1897/98 erbaute Grundstück Bürgerstraße Nr. 56 und verlegte seine Fahrrad- und Armaturenfabrik dorthin. Auf diesem und dem gegenüberliegenden Grundstück begann 1927 Willy Ostners „Erfolgsgeschichte“. Die O. D. Werke (Ostner, Dresden) machten sich einen Namen. Im Jahr 1932 nahm er die Produktion von Nutzfahrzeugen (Abb. Eintonner, REX 4) auf und fuhr die Herstellung von Motorrädern allmählich zurück, stellte sie 1936 schließlich ganz ein. Steigende Produktionszahlen waren ihm Anlass, 1935 das Firmengrundstück der ehemaligen „Tafelglaswerke“ in Brand-Erbisdorf zu übernehmen und dort Nutzfahrzeuge unterschiedlicher Typen herzustellen.

Noch bevor das Werk in Brand-Erbisdorf 1952 unter Treuhand gestellt wurde, nahm Willy Ostner in Sulzbach-Rosenberg (Bayern) seinen Wohnsitz und baute sich 1947/48 eine neue Fahrzeugfabrik auf. Diese wurde am 1. Mai 1955 von den Faun-Werken (Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg) übernommen.

Willy Ostner starb am 16. Februar 1959 in Sulzbach-Rosenberg, die Familienangehörigen verzogen nach Belgien.

Anmerkung: Nach 1945 befanden sich im Grundstück Bürgerstraße Nr.56 das Autohaus Orginalartikel aus NordwestrundschauWalter Röthig (Hauptvertretung und Vertragswerkstatt 70 für Automobile und Motorräder der BMW-Werke München), die Firmen Lösche & Schubert (KfZ – Reparatur) und Martin Ernst (Kfz - Reparatur). Mitte der 1950er Jahre wurde aus dem Autohaus Röthig der VEB Autoreparaturwerk Dresden Werk I (EMW- und Sachsenring-Kraftwagen). Im Grundstück waren auch die Betriebsleitung und die Verwaltung untergebracht. Das Werk II hatte auf der Löbtauer Straße Nr.34-38 seinen Sitz. Es war für die Reparatur von EMW- und AWO- Krafträder sowie Pobeda, Skoda und Moskwitsch zuständig.

Der Autor bedankt sich sowohl für die mündlichen Auskünfte als auch die Bereitstellung von Schriftstücken bei Frau Claudia Franz (Marbella/ Spanien), Herrn Johannes Hartmann (Sulzbach-Rosenberg) und Herrn Tobias Hölzer (Dresden). 

Mit freundlicher Genehmigung der "Nordwest-Rundschau"  und des Autors : Dipl.-Päd. Klaus Brendler (Dresden)